Die Jahre 1939 - 1950 - aus der Chronik zum 50-jährigen Jubiläum

 

Zu Beginn des 2. Weltkrieges rückten mit Ausnahme der ältesten Spielmänner alle andern ins Feld und erfüllten, wie vordem ihre Väter, ihre soldatische Pflicht. Von ihnen sind auf dem Felde der Ehre gefallen: Fritz Hüfing und Wilhelm Eichelberg. Der Kamerad Erich Tiemann ist seit 1944 im Kriege vermisst.

 

So hat auch das Drevenacker Tambourkorps einige seiner besten Kameraden in diesem unglücklichen Kriege verloren. Ihr Gedenken wird aber im Korps für alle Zeiten gepflegt werden.

 

Die Daten der gefallenen Kameraden:

 

Fritz Hüfing: geboren am 27.Januar 1908, verwundet am 25. September 1943 in Russland, gestorben am 11. Mai 1944 in Bad Liebenstein in Thüringen

 

Wilhelm Eichelberg: geboren am 05. April 1908, gefallen am 04. August 1944 in Russland

 

Erich Tiemann: geboren am 24. September 1904, vermisst seit dem 06. Juli 1944 in Russland

 

Auch das furchtbare Erleben dieses 2. Weltkrieges ließ den Geist, von dem die Spielmänner des Drevenacker Tambourkorps von Anfang an beseelt waren, nicht aussterben, und als die aus dem Feld und aus der unwürdigen Gefangenschaft zurückgekehrten Spielmänner des Korps sich wieder darauf besinnen konnten, dass trotz des Zusammenbruchs und der damit in Verbindung gestandenen Entehrung deutscher Soldaten Mannestugenden und Tradition nicht untergehen dürften, fanden sie sich alsbald mit den alten Kameraden des Korps wieder zusammen, um Wege zu finden, sich zum Trommel- und Pfeifen-Spiel wieder zusammentun zu können. Man muss sich heute darüber klar werden, dass zu einem solchen Vorhaben nur ungebrochener Idealismus vorhanden sein musste, da doch alles das, was mit soldatischer Tradition und mit Deutschtum zusammenhing, nach dem 2. Weltkriege auch in unserer Heimat zunächst restlos verpönt schien. Und trotzdem fanden sich die noch übrig gebliebenen Mitglieder des Drevenacker Tambourkorps bereits 1948 wieder zusammen und nahmen den Spiel- und Übungs-Betrieb im Korps wieder auf. Als der Reiterverein „Wodan“ in Damm 1948 sein Reiterfest feierte, erschien das Drevenacker Tambourkorps zum 1. Mal nach dem Kriege wieder öffentlich in beachtlicher Stärke. Es war ein sehr schönes Zeichen heimatlicher Verbundenheit, dass dieses 1. öffentliche Auftreten nach dem Kriege in unserer Nachbargemeinde Damm vor sich ging, weil das Drevenacker Tambourkorps vor dem Kriege schon jahrzehntelang mit den Vereinen der Gemeinde Damm beste kameradschaftliche Beziehungen unterhielt und den dortigen Vereinen, insbesondere dem Schützenverein immer mit klingendem Spiel voran marschiert war. In Würdigung dieser guten Kameradschaft wurde vom Reiterverein „Wodan“ dem Tambourmajor Fritz Ruloff ein neuer Tambourstab überreicht, da der alte Tambourstab durch Kriegsereignisse verlustig gegangen war. Noch in demselben Jahre 1948 trat das Korps unserer Heimatgemeinde wiederum in die Öffentlichkeit, als die ehemaligen Drevenacker Schützen ein nicht öffentliches Winterfest veranstalteten. Das Tambourkorps zog bei dieser Gelegenheiten ehemaligen Schützen mit klingendem Spiel in Möllekens Saal vorauf.



Tambourfest Hünxe 1948

 

Nun war die Zeit gekommen, um mit Eifer an die vollkommene Aufrichtung des Korps heranzugehen, was besonders von dem alten Tambourmajor Fritz Ruloff und seinen noch lebenden alten Mitkameraden gefördert wurde. Es war notwendig geworden, dass junger Nachwuchs zu Spielleuten ausgebildet wurde, wenn der aktive Bestand des Korps erhalten bleiben sollte. Bereits im Sommer 1949 wurde dieser Nachwuchs herangezogen und von da an im Spiel ausgebildet.

 

Und dann sahen wir unser Drevenacker Tambourkorps zum ersten Mal nach dem 2. Weltkrieg wieder durch unsere Heimatgemeinde Drevenack marschieren, als 1949 der Drevenacker Schützenverein sein Schützenfest feierte.

 

Auch beim 1. Schützenfest nach dem Kriege in Obrighoven wirkte 1949 das Drevenacker Tambourkorps mit.

 

War auch damals noch nicht die Möglichkeit einer einheitlichen Uniformierung gegeben, so sorgte der alte Tambourmajor Fritz Ruloff schon allein durch sein bestes Dirigieren dafür, dass trotz Fehlens der Uniform es dem Korps an Einheitlichkeit und Schneid nicht fehlte. Mit großem Eifer wurde dann der Übungsbetrieb im Korps weiter gepflegt und ausgebaut, vor allen Dingen wurde der neu eingestellte Nachwuchs ausgebildet. Zum Schützenfest 1950 trat dann das Korps einheitlich uniformiert zum ersten Mal mit seinem jungen Nachwuchs auf in einer bisher noch nie gekannten Stärke. Es zeugt von dem hervorragenden Geist, der in dem Korps besteht, dass es in so kurzer Zeit sämtliche Nachkiegserscheinungen überwinden und dazu noch Nachwuchs ausbilden konnte. Gelegentlich des Drevenacker Schützenfestes 1950 wurde der Tambourmajor „Vader Fritz“ sowohl von seinem Tambourkorps als auch vom Drevenacker Schützenverein für seine 50-jährige aktive Spielmannstätigkeit gebührend geehrt und als der Drevenacker Schützenverein im Winter 1950/51 sein Winterfest unter Mitwirkung des Tambourkorps beging, wurde in einem feierlichen Akt der Tambourmajor Fritz Ruloff senior zum „Ehrentambourmajor“ ernannt, und da seine körperlichen Kräfte es nicht mehr zuließen, das Korps weiterhin zu führen, übergab er das Kommando über das Korps an seinen gleichnamigen Sohn, der zwischenzeitlich zum Tambourmajor ausgebildet worden war. Alle, die diese erhebende Feier der Übergabe des Tambourstabes von dem nun alt gewordenen treuen 50 Jahre tätig gewesenen Tambourmajor Fritz Ruloff senior an seinen Sohn miterlebt haben, werden diese Feier wohl kaum in ihrem Leben vergessen, und als der Sprecher des Tambourkorps seinem Ehrentambourmajor versicherte, dass sich alle Mitglieder des Korps an seiner Treue ein bestes Beispiel nehmen wollten, wusste man, dass auch unter neuer Führung die Tradition des Korps gesichert bleiben würde. Hervorzuheben ist hierbei, dass mit Eintritt des jungen Spielmanns Herbert Ruloff die 3. Generation der Familie Ruloff im Tambourkorps tätig ist, sowie von der Familie Hermann Hüfing auch  heute noch 2 Generationen aktiv im Tambourkorps vertreten sind. Unter junger Führung ging die weitere Ausbildung des Korps voran und bei Wettstreiten im hiesigen Heimatgebiet konnte sich auch im vergangenen Jahr das Korps wieder erste Preise sichern, gewiss ein Zeichen dafür, mit welchem Ernste die Kunst der Spielleute im Korps gepflegt wird.



Jubiläum Tambourkorps Drevenack 1950

 

Das Korps besteht zur Zeit unter Führung seines Tambourmajors Fritz Ruloff junior aus folgenden Mitgliedern:

 

Alt:

Fritz Ruloff senior
  Hermann Hüfing
  Diedrich Lohmann
1925: August Hüfing
1926: Heinrich Bergmann
  Fritz Bergmann
  Fritz Ruloff junior
  August Vennhoff
1930: Hermann Mölleken
1949: Heinrich Thiemann
  Erich Thiemann
  Helmut Höpken
  Heinz Pollmann
  Werner Binnenhey
  Erwin Wilmsen
  Herbert Ruloff