Die Jahre 1900 - 1939

- aus der Festschrift zur Jubelfeier des Kriegervereins Drevenack am 14. und 15. August 1927

 

Der Verein hat ein eigenes Tambourkorps. Dies ist wahrlich aus kleinsten Anfängen entstanden. Lange zählte der Verein stolz 1 Trommel sein eigen. Dazu gesellte sich 1910 eine Flöte (Kamerad Hermann Hüfing). Trommler war seit 1900 Kamerad Fritz Ruloff.


Aber schon sehr bald gesellten sich dem Trommler Fritz Ruloff weitere Spielleute hinzu und zwar zunächst als Flöter Heinrich Eimers, der später nach Hünxe verzog und dem dortigen Tambourkorps auch heute noch als aktiver Spielmann angehört. Mit ihm fühlen sich die Mitglieder des Drevenacker Tambourkorps in kameradschaftlicher Treue verbunden, weil er der 2. Spielmann ihres Korps war und somit zu seinen Gründern zählt. Im Laufe der Jahre bis 1913 kamen weitere ehemalige Soldaten zu den zwei genannten Spielleuten Fritz Ruloff und Heinrich Eimers hinzu, so insbesondere Heinrich Schüring und Wilhelm Ringelings, die beide schon der grüne Rasen deckt, ferner Hermann Poll, der später nach Appelhülsen verzog und Fritz Schade, der 1949 noch aktiv mit flötete und heute Ehrenmitglied des Korps ist, dann noch Hermann Hüfing, der seit 1910 als einer der ältesten Mitglieder auch heute noch aktiv dem Korps angehört.


Im Jahre 1913 wurde in Obrighoven das Denkmal zur Erinnerung an den Frieden von 1813 eingeweiht. An dieser Feier beteiligte sich auch der Drevenacker Kriegerverein. Bei dieser Gelegenheit trat zum 1. Mal mit 5 Spielmännern unter der Stabführung von Fritz Ruloff das Tambourkorps auf. Die Trommeln rührten damals Heinrich Schüring und Wilhelm Ringelings, die Flöten spielten Hermann Hüfing, Hermann Poll und Wilhelm Gels.


Am 27. Januar 1914, dem Geburtstag Kaiser Wilhelm II., trat dieses noch kleine Tambourkorps zum 1. Mal einheitlich in schmucker Uniform auf und begeisterte mit seinem flotten Spiel und seiner Disziplin unser Dorf. Diese Uniform blieb seit jener Zeit in all den vielen Jahren Tradition im Korps und heute steht das Korps in der gleichen Uniform von damals wieder vor uns.


Am 1. August 1914 begann der 1. Weltkrieg, und fast alle Spielmänner des Drevenacker Tambourkorps eilten zu den Fahnen und erfüllten als deutsche Männer in Treue ihre soldatische Pflicht.


Aber sofort nach Beendigung des Krieges, als im Herbst 1919 der Drevenacker Schützenverein unter damals eingeengten Verhältnissen ein Preisschießen veranstaltete, hatten sich die sämtlich aus dem Weltkrieg zurückgekehrten Spielmänner wieder zusammengefunden, und mit Liebe zum Spiel der Trommeln und Pfeifen wurde das Korps wieder zusammengestellt und von Fritz Ruloff als Tambourmajor dem Drevenacker Schützenverein vorangeführt. Nur einer fehlte: der Trommler Heinrich Schüring, der bereits 1914 in Ausübung seines Berufes tödlich verunglückt war. Bei diesem Preisschießen reihte sich der Kamerad Diedrich Lohmann, der als Soldat beim 53. Infanterie-Regiment ebenfalls aktiver Spielmann gewesen war, in das Korps als Trommler ein. Er gehört noch heute aktiv dem Korps an.


Obwohl die nachfolgenden Jahre in Deutschland nicht dazu angetan waren, Tugenden, die im alten Soldatentum ihre Grundlagen hatten, zu fördern und damit solche Traditionen zu pflegen, traten dem Drevenacker Tambourkorps weiterhin Spielmänner bei. Im Jahre 1926 bestand es aus 16 aktiven Trommlern und Pfeifern, die stolz vom Tambourmajor Fritz Ruloff weiterhin geführt wurden.


1926 gehörten dem Korps an:


Trommler:  Wilhelm Ringelings
  Diedrich Lohmann
  Heinrich Eichelberg
  Heinrich Knüfer
  Erich Tiemann
  Walter Binnenhey
Flöter: Hermann Hüfing
  Fritz Schade
  Heinrich Bergmann
  Fritz Bergmann
  August Vennhoff
  Wilhelm Eichelberg
  Gustav Ringelings
  August Hüfing
  Wilhelm Klammer


Die Leistungen des Korps waren schon damals sehr beachtenswert. Das Korps war 1927 auf einem großen Tambourwettstreit in Schermbeck in der Lage, sich 4 Preise zu sichern. Die Diplome dieser Preise sind noch heute in dem Lokal Mölleken in Drevenack ausgestellt.


Tambourkorps Drevenack 1927

 

Im Jahre 1928 beteiligte sich das Korps wiederum an einem größeren Wettstreit, der von dem Tambourkorps Wesel-Feldmark ausgeschrieben worden war. Auf diesem Wettstreit konnte das Drevenacker Korps abermals 4 erste Preise erringen, die in schönen Pokalen bestanden, welche aber leider durch die Kriegsereignisse verloren gingen.

 

Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 blieb das Korps in dieser beachtlichen Stärke bestehen und beteiligte sich sowohl in Drevenack als auch in den Nachbargemeinden an festlichen Aufmärschen. Durch Wechsel des Wohnsitzes und aus anderen Gründen schieden einige Spielmänner im Laufe der Jahre aus und neue Spielleute kamen dafür hinzu, so im Jahre 1926 Fritz Ruloff junior, 1927 Fritz Hüfing und 1930 Hermann Mölleken.