Die Gründung - ein Bericht aus der Chronik zum 50-jährigen Jubiläum

Diese Chronik ist gleichzeitig ein Stück Lebensbild der Drevenacker Männer, die vor 50 Jahren in unserm Heimatdorf das Trommeln und Pfeifen begannen und damit die Gründung unseres heute so beliebten und geachteten Tambourkorps vornahmen. Sie ist aber auch ein Stück heimatlicher Tradition sowie ein Symbol für echtes Deutschtum und Treue zu einem Idealismus, an dem sich auch die jetzige Generation aufrichten könnte.

 

Wie oft ist das Drevenacker Tambourkorps in festlich-freudigen Zeiten aber auch zu Begebenheiten der Trauer vor Drevenacker Männern und alten Soldaten mit klingendem Spiel oder mit dumpfem Wirbel voranmarschiert! Und als wir dann unser Drevenacker Tambourkorps nach dem unglücklichsten aller Kriege im Jahre 1949 zum ersten Male wieder durch unser Heimatdorf marschieren hörten und sahen, war es uns allen doch so, als wenn nun endlich der erste Schritt aus der tiefen Not des restlosen Zusammenbruchs unseres Volkes und unseres Vaterlandes getan wäre!

 

Und war es für uns Drevenacker Männer und Frauen nicht der lebendige Beweis deutscher Treue, als wir 1949 wieder und damit noch immer den von ganz früher her gekannten Tambourmajor Fritz Ruloff, unseren „VADER FRITZ“ vor seinem alten und inzwischen teilweise verjüngten Tambourkorps marschieren sahen? Eine derartige Treue verdient, ganz am Anfang unserer Betrachtungen über die 50 Jahre des Drevenacker Tambourkorps hervorgehoben zu werden, weil diese Treue eines nunmehr alt gewordenen Mannes in der jetzigen Zeit deutscher Not Veranlassung gibt, sich an ihr aufzurichten.

 

Das Drevenacker Tambourkorps ist mit der Persönlichkeit seines nunmehrigen Ehrentambourmajors Fritz Ruloff senior engstens verbunden. Er war in den Jahren 1897 bis 1899 als Soldat beim 4. Garde-Grenadier-Regiment in Berlin aktiver Spielmann und als er als Reservist in die Heimat zurückkam, trat er auch alsbald dem ehemaligen Drevenacker Kriegerverein bei.

 

Am 24. und 25. Juni 1900 wurde in Drevenack unter großer Beteiligung vieler Kriegervereine der Nachbargemeinden das Denkmal Kaiser Wilhelms I. eingeweiht und der Obhut des Drevenacker Kriegervereins übergeben. Bei dieser Gelegenheit wurde angeregt, dass Fritz Ruloff auf einer Trommel, die dem Kriegerverein Drevenack gehörte, trommeln und dem Verein voranmarschieren sollte, was dann auch geschah. Auch bei einigen späteren Veranstaltungen des Kriegervereins marschierte Fritz Ruloff dem Verein vorauf. Das war der Anfang des nunmehr so stolzen Tambourkorps unserer Heimatgemeinde.